Schulden

Die Verschuldung eines Betriebes sollte immer im Verhältnis zur Ertragskraft beurteilt werden. Ein hoher Cashflow ermöglicht Investitionen und die Amortisation von Schulden innert nützlicher Frist.

Für die Berechnung der Tragbarkeit der Verschuldung rechnen die Banken aktuell mit einem Zinssatz von 5 %. Bei Betrieben, die dem Gesetz über das bäuerliche Bodenrecht unterstehen, limitiert die Belehnungsgrenze (Ertragswert x 1.35) die Hypothekarbelastung.

Um das Jahr 1993 überstiegen die Hypothekarzinsen kurzzeitig die 8 % Grenze. Die aktuell bereits lang anhaltende Phase mit tiefen Zinsen entlastet die Ausgabenseite stark. Dennoch erachte ich die Amortisation der Hypothek als sehr wichtig. Steht z.B. Land zum Verkauf, so kann die Hypothek bei Bedarf innert kurzer Frist wieder aufgestockt und die notwendige Liquidität beschafft werden. Auch bei einer Betriebsübergabe entlastet eine mittlere Verschuldung die finanzielle Situation für die verkaufende wie die übernehmende Generation stark.

Die Baukosten steigen im Industrieland Schweiz stetig an, wohingegen die Einkommen in der Landwirtschaft stagnieren. So driften bei Investitionen in Oekonomiegebäude die Höhe der Baukosten und der erzielbare Ertrag immer stärker auseinander. Die Schuldenlast für die Finanzierung dieser Investitionen steigt und die finanzielle Tragbarkeit wird strapaziert oder sogar verunmöglicht. Ein Projekt, das vor 10 Jahren noch möglich war, ist es heute nicht mehr.

AGRO-Treuhand Region Zürich AG

Max Santschi