MWST und neues Rechnungslegungsgesetz

In der Beraterecke vom 14. Juni 2013 haben wir Ihnen das neue Rechnungslegunggesetz und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft vorgestellt. Betriebe, welche über die MWST abrechnen, haben weiteres zu beachten:

Zwar kann der Steuerfplichtige mit einem geringen Umsatz (unter Fr. 500‘000.- pro Jahr) die „vereinfachte/eingeschränkte“ Buchführung auswählen. Da die Anforderungen in der Mehrwertsteuerverordnung an die geführten Unterlagen bzw. an die Unterlagen, welche die Steuerverwaltung zusätzlich einfordern kann, nicht geändert wurden, muss faktisch doch eine ordentliche Buchhaltung geführt werden. Artikel 128 der Verordnung der Mehrwertsteuer sagt nämlich aus, dass zwingend eine Umsatzabstimmung erfolgen muss. Auf dieser muss ersichtlich sein:

der in der Jahresrechnung ausgewiesene Betriebsumsatz;

die Erträge, die auf Aufwandkonten verbucht wurden (Aufwandminderungen);

die Verkäufe von Betriebsmitteln (Anlagen wie Maschinen etc.);

die Vorauszahlungen;

die übrigen Zahlungseingänge, die nicht im ausgewiesenen Betriebsumsatz enthalten sind;

die geldwerten Leistungen;

die Erlösminderungen und die Debitorenverluste:

die Abschlussbuchungen wie die zeitlichen Abgrenzungen, die Rückstellungen und internen Umbuchungen, die nicht umsatzrelevant sind.

Wer nach der effektiven Methode abrechnet, hat weiter eine Vorsteuerabstimmung vorzunehmen. Dabei ist die Vorsteuer mit der auf den Vorsteuerkonti verbuchten oder mit sonstigen Aufzeichnungen mit den deklarierten Vorsteuern abzustimmen.

Gerade bei Betrieben mit verschiedenen Umsatzarten bzw. mit verschiedenen Umsatzsteuersätzen und vielen Vorsteuerüberhängen sind solche Abstimmungen bei einer „Milchbüechlirechnung“ nur sehr schwer vorzunehmen. Die gesparte Zeit bzw. der gesparte Aufwand für eine „Milchbüechlirechnung“ geht schnell wieder verloren, wenn die genannten Dokumente und Aufzeichnungen erstellt und eingereicht werden müssen.

Einzig bei einfachen Verhältnissen wie zum Beispiel mit einem Saldosteuersatz, kann unseren Erachtens, auf eine kaufmännische Buchhaltung verzichtet werden.