Erbschafts-/Schenkungs-Steuern im Kanton Zürich: Stand und Ausblick

Bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern handelt es sich um die Besteuerung von unentgeltlichen Vermögens-Übergängen d.h. ein Empfänger wird aus dem Vermögen eines andern ohne entsprechende Gegenleistung bereichert. Bei der Erbschaft wird das Vermögen eines Verstorbenen (Erbanfall) besteuert, bei der Schenkung sind es Zuwendungen unter Lebenden.
Zu den steuerbaren Vermögensübergängen gehören etwa solche aus Erbteilung, Erbeinsetzung, Vermächtnis, Erbvertrag oder Schenkung. Was als Einkommen versteuert wird, unterliegt nicht einer Erbschafts- oder Schenkungssteuer.
Steuerpflichtig ist der Empfänger des übergehenden Vermögens (Erbe, Vermächtnisnehmer, Beschenkter, Berechtigter, Begünstigter).
Der Bund erhebt keine Erbschafts- und Schenkungssteuern. Diese sind kantonal geregelt und unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Der Kanton Schwyz kennt als Einziger überhaupt keine Erbschafts- und Schenkungssteuer.
Besteuert wird im Kanton des letzten Wohnsitzes des Erblassers, respektive des zum Zeitpunkt der Zuwendung gültigen Wohnsitzes des Schenkers. Grundstücke werden im Kanton wo sie liegen besteuert.
Im Kanton Zürich sind, wie in vielen anderen Kantonen auch, der Ehegatte, der eingetragene Partner und die Nachkommen von der Steuerpflicht befreit.
Bei den übrigen Begünstigten bestehen gewisse Freibeträge in Abhängigkeit der Verwandtschaft, respektive in Abhängigkeit des Bezuges zum Erblasser/ Schenker. Auf dem restlichen Vermögen berechnet sich die einfache Steuer progressiv nach Vermögensmasse. Die Progression beginnt mit 2% und steigt bis 7%.
Von dieser einfachen Steuer werden in Abhängigkeit der Verwandtschafts-Grade „sogenannte Zuschläge“ berechnet. Eltern bezahlen den einfachen Betrag der „einfachen Steuer“, Grosseltern den doppelten, Geschwister den dreifachen, Onkel und Tanten den fünffachen und Übrige den sechsfachen Betrag. Bei der Gruppe der „Übrigen Erben“ kann die Steuer bis 42% der Gesamt-Erbschaft ausmachen.
Ist eine Erbschaft in einer Vor- und Nacherbschaft geregelt, so werden beide Vermögens-Übergänge besteuert.

Ausblick Erbschaftssteuern für „Unternehmer“ aufgrund der Erbschaftssteuer-Volksinitiative 2012/2013
Die lancierte Erbschaftssteuer-Initiative zielt darauf ab, auf eidgenössischer Ebene alle Erben und Begünstigten einheitlich der Erbschafts- und Schenkungssteuer zu unterwerfen. Anstoss sei die ungerechte Vermögens-Verteilung in unserer Gesellschaft. Inhalt dieser Initiative ist:
1) Erbschaften ab 2 Mio. Fr. sollen mit 20% besteuert werden, Schenkungen ab Fr. 20‘000.-.
2) Das Gesetz soll rückwirkend auf Anfang 2012 rechtskräftig werden.
3) Zuwendungen an Ehepartner / registrierte Partner sind steuerfrei.
4) Gehört zum Nachlass oder zur Schenkung ein Unternehmen oder ein Landwirtschaftsbetrieb, werden bei der Bewertung und beim Steuersatz erhebliche Erleichterungen gewährt, um deren Bestand und die Arbeitsplätze nicht zu gefährden.
Landwirtschaftsbetriebe mit Gewerbegrösse (> 1 Standard-Arbeitskraft = SAK) dürften aufgrund der niederen Bewertung (landwirtschaftlicher Ertragswert) somit aufgrund der fehlenden Eigenkapital-Grösse wenig betroffen sein.
Kleinbetriebe und Nebenerwerbs-Betriebe hingegen, welche die Gewerbegrösse unterschreiten (<1 SAK) und deshalb steuerlich bei der „Übergabe“ zum hohen Verkehrswert bewertet werden müssen, dürften teilweise in die Besteuerung fallen.


Autor: Markus Zoller

Datum: 01.06.2012