Aufgabe der Landwirtschaft

Bei einem Verkauf eines Landwirtschaftsbetriebes fallen bekannterweise Steuern an. Ebenfalls fallen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an, wenn der Betrieb stillgelegt und parzellenweise verpachtet wird. Dies, obwohl kein Geld aus dem Verkauf von Land oder Gebäuden erfolgt.

Wird der Betrieb als Ganzes verpachtet und handelt es sich um ein Gewerbe gemäss bäuerlichem Bodenrecht ( 1 SAK etc.), so kann er weiterhin im Geschäftsvermögen verbleiben. Die Steuerfolgen werden auf einen späteren Zeitpunkt aufgeschoben.

Erfolgt eine parzellenweise Verpachtung und der Landwirt bewohnt weiterhin das Wohnhaus, wird es komplexer. Unter Umständen erfolgt die steuerliche Überführung der Liegenschaft vom Geschäftsvermögen in das Privatvermögen.

Dazu ein einfaches Beispiel: Ein Betriebsleiter beschliesst mit Alter 65 den Betrieb aufzulösen. Das Land möchte er parzellenweise verpachten und die Ökonomiegebäude werden in Zukunft an einen Handwerker als Lager vermietet. Im grossen Wohnhaus sind zwei Wohnungen vorhanden, wovon eine fremd vermietet ist. Sämtliche Grundstücke, 12 ha, befinden sich in der Landwirtschaftszone.

In der Buchhaltung finden wir folgende Werte: Buchwert der Liegenschaft Fr. 500‘000.-, kumulierte Abschreibungen Fr. 400‘000.-, Ertragswert Fr. 500‘000.-, Verkehrswert ca. Fr. 1‘800‘000.-.

Zu erwartende Steuerfolgen:
Vermögensnachbesteuerung Fr. 50‘000.-
Wiedereingebrachte. Abschreibungen Fr. 20‘000.- zum Vorsorgetarif
Sozialversicherung Fr. 40‘000.-
Total Fr. 110‘000.-

Wichtig: Bei Aufgabe der Landwirtschaft nach vollendetem 55. Altersjahr oder bei Invalidität erfolgt die Besteuerung der kumulierten Abschreibungen (Diff. Buchwert zu Anlagekosten) zum Vorsorgetarif. Dadurch reduziert sich diese Steuer um etwa 80 % (privilegierte Besteuerung). Falls Baulandparzellen überführt werden, könnte der Bundesgerichtsentscheid vom Dez. 2011 zu stark erhöhten Steuer- und Sozialversicherungsabgaben führen. Deshalb ist es wichtig, die Bedingungen der privilegierten Besteuerung zu erfüllen (Art. 37b DBG u. Art. 11 Abs. 5 StHG).

Wenn die Überführung erst im Alter 65 erfolgt, ist die zukünftige AHV-Rente bereits festgelegt und die Zahlung von Fr. 40‘000.- an die SVA ist ein reiner Solidaritätsbeitrag. Erfolgt die Betriebsaufgabe mit Alter 64 wird diese Zahlung für die Rentenberechnung in der Regel berücksichtigt.

Autor: Max Santschi
Datum: 28.09.2012

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