Mehrwertsteuer: Der Vorsteuerabzug

Die Mehrwertsteuer basiert auf dem System der Abschöpfung auf dem Mehrwert. Das heisst, die Mehrwertsteuer ist auf dem Umsatz abzuliefern. Dafür darf der Steuerpflichtige die bezahlte Vorsteuer zurückfordern.

Grundsätzlich ist der Vorsteuerabzug nur zulässig, wenn er im Zusammenhang mit steuerbaren Lieferungen von Gegenständen, steuerbaren Dienstleistungen, freiwillig versteuerten Umsätzen also für Unternehmenszwecke erfolgt. Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind Aufwendungen ohne geschäftlichen Charakter wie Ferien, Haushaltsausgaben und so weiter. Wer bei nicht steuerpflichtigen Urproduzenten deren im eigenen Betrieb gewonnene Erzeugnisse kauft, darf 2.5 % des ihm in Rechnung gestellten Betrages als Vorsteuer abziehen. Somit kann zum Beispiel die Firma Emmi, wenn Sie von einem Urproduzent für Fr. 10‘000.- Milch gekauft, Fr. 250.- Vorsteuern zurückfordern.

Wurden die mit Vorsteuer belasteten Aufwendungen für einen gemischten Umsatz verwendet, das heisst für steuerbare und von der Steuer ausgenommene Umsätze (zum Beispiel Landwirtschaftliche Lohnarbeiten und Produktion von Milch), so führt das zur anteilmässigen Korrektur des Vorsteuerabzuges. In der Landwirtschaft geschieht das meist auf der Basis des Umsatzes. Auch Direktzahlungen, nicht zu bezahlende Schuldzinsen für Investitionskredite oder sonstige Subventionen lösen eine Kürzung des Vorsteuerabzuges aus. Aus diesem Grund können nicht alle bezahlten Vorsteuern zurückgefordert werden. Diese Kürzungen verhindern meist, dass es für Landwirte nicht interessant ist, sich freiwillig der Mehrwertsteuer zu unterstellen. Gemäss unseren Berechnungen lohnt es sich für die meisten Landwirte ohne steuerpflichtige Umsätze nicht, sich für Maschinen- und Traktorenkäufe der Mehrwertsteuer zu unterstellen. Bei Investitionen in neue Ökonomiegebäude wird es erst ab einer Investitionssumme von einer Million Franken interessant.

Bei Fragen und für eine Berechnung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Autor: Hans Ulrich Sturzenegger
Datum: 08.03.2013