Privat genutztes Geschäftsfahrzeug, Deklaration in der Geschäftsbuchhaltung 

Wer mit einem Geschäftsauto zu privaten Zwecken unterwegs ist, kann sich des Steuerbetrugs strafbar machen, wenn er für die private Nutzung keinen entsprechenden Anteil in der Geschäftsbuchhaltung deklariert hat.

 

Unter Steuerbetrug versteht man, wer zum Zwecke einer Steuerhinterziehung gefälschte, verfälschte oder inhaltlich unwahre Urkunden wie Geschäftsbücher, Bilanzen, Erfolgsrechnungen oder Lohnausweise und andere Bescheinigungen Dritter zur Täuschung gebraucht. Der Tatbestand des Steuerbetrugs ist bereits mit der Einreichung der unechten oder unwahren Urkunde beim Steueramt in der Absicht der Steuerhinterziehung vollendet. In diesem Fall droht eine strafrechtliche Verfolgung.

  

Bei Personenunternehmen, also auch bei Landwirten, gehören alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen, zum Geschäftsvermögen. Wird ein Fahrzeug überwiegend geschäftlich genutzt, gehört es zum Geschäftsvermögen, ansonsten ist grundsätzlich von Privatvermögen auszugehen. Der überwiegend privaten Nutzung ist mit einem angemessenen Privatanteil Rechnung zu tragen. Somit erhöht sich das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit entsprechend.

   

Wie wird der Privatanteil ermittelt?

Sind die gesamten Betriebskosten sowie die Kilometerzahl pro Jahr bekannt, so sind die privat gefahrenen Kilometer zu schätzen und der prozentuale Anteil an der gesamten Fahrleistung zu berechnen. Der Privatanteil entspricht dem so ermittelten Prozentsatz der gesamten Betriebskosten.

   

Können die Betriebskosten des sowohl privat als auch geschäftlich benutzten Fahrzeugs nicht genau ausgeschieden werden, lässt sich der jährliche Privatanteil der Autokosten pauschal mit 9.6 % des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer), mindestens jedoch Fr. 1‘800.— festlegen.

  

Was zählt zu den Betriebskosten?

 

- Fahr- und Unterhaltskosten

 

- Versicherungen

 

- Motorfahrzeugsteuer

 

- Abschreibung

 

- Garagenmiete

  

Oft wird argumentiert, dass für private Zwecke sehr wenig gefahren werde. Hierzu ist festzuhalten, dass bereits die Annehmlichkeit uneingeschränkt über ein Geschäftsfahrzeug zu verfügen, einen Basiswert darstellt, der in die Berechnung des Privatanteils einbezogen werden muss.

  

 

AGRO-Treuhand Region Zürich AG

 

Beata Winzeler